Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST), vergleichbar mit der BFU in Deutschland, hat einen Abschlussbericht zu einem Unfall eines als erfahren eingestuften Segelfliegers aus dem Jahre 2016 veröffentlicht. Die SUST benennt als Ursache , dass der Pilot während des Unfalls mit seinem Handy filmte und dadurch abgelenkt war. Der veröffentlichte Schlussbericht der (SUST) ist über den Link einsehbar und er ist auf Grund seiner exzellenten Aufarbeitung nach meiner Einschätzung ein Muss für jeden Luftfahrer.

https://www.sust.admin.ch/inhalte/AV-berichte/2327_HB-3358_D.pdf

Neben der Nutzung des Handys zum Filmen als Hauptursache wird von der SUST eine nicht situationsgerechte Fluggeschwindigkeit und auch das Cockpitlayout mit mangelnder Sicht nach vorne als beitragender Faktor angesprochen. Letzteres ist umso bemerkenswerter da es sich bei dem verunfallten Luftfahrzeug um eine DG 800 handelt, die ja bekannterweise über eine großzügige Haube verfügt. Wie auf den Bildern im Unfallbericht erkennbar ist der Kompass (Pflichtausrüstung) aber auch das Flarmdisplay der Sicht nach vorne nicht dienlich.

Auf dem Streckenfluglehrgang in Aue hat Trainer und Fluglehrer Falk Pätzold zu diesem Thema referiert und anhand von vielen aktuellen Cockpits und den darin enthalten Um- und Einbauten kritisch bewertet. Zu viele Displays, an den falschen Einbauorten machen eine sinnhafte Nutzung unnötigerweise schwer, behindern die Sicht und sind ggf. bei Notausstiegen hinderlich bzw. erschweren diesen unnötig. Hier muss jeder Luftfahrzeugbesitzer (Verein oder Pilot) in sich gehen.

Günter Bertram

Geschäftsführer DTO LSVNI

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